Pflegestellenversager

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Was so negativ klingt ist im Grunde doch was Großartiges. Ein Hund kommt als Pflegehund auf eine Pflegestelle und dann stimmt die Chemie zwischen Pflegeherrchen/ -frauchen und Hund. Auch der vorhandene Hund kommt prima zurecht mit der / dem Neuen und wenn man sowieso nichts gegen einen zweiten (oder dritten) Hund hat, warum soll der Pflegling dann nicht bleiben?

So erging es Sara, die nun Wilma heißt. Im Februar 2025 fragte mich Gabi Winter ob ich im Mai eine Deutsch Kurzhaarhündin aus Griechenland als Pflegehund übernehmen könne. Nein, im Mai hatte ich wegen vieler geschäftlicher und persönlicher Termine keine Zeit, aber im März würde es passen. Und so kam Sara / Wilma nach Deutschland. Gott sei Dank, das arme Ding war nur noch Haut und Knochen und wog mal gerade 14 Kilo. Da musste erst mal ordentlich gepäppelt werden. Wilmas Verfressenheit kam da sehr gelegen. Ob sie es in ihrem Zustand bis Mai geschafft hätte zu überleben ist fraglich.

Schlimmer war ihr geprügelter-Hund-Verhalten. Offensichtlich war sie mit harter Hand „erzogen“ worden. Sie kuschte und kam im wahrsten Sinne angekrochen. Dieses Verhalten hat sie innerhalb des Jahres, das sie nun bei uns lebt, zwar immer noch nicht ganz abgelegt und zeigt es wenn  fremde Menschen ins Haus kommen noch immer. Wenn aber diese Menschen sie mit Leckerchen locken, traut sie sich mittlerweile recht schnell heran. Daisy unsere andere Hündin und große Schmusebacke, die jeden unserer Besucher gnadenlos auffordert die zu streicheln, ist da eine große Hilfe. Man sieht förmlich wie es in Wilmas Kopf arbeitet. Nach dem Motto „wenn Daisy sich das traut, dann kann ich doch auch und dann gibt es ja auch noch Leckerchen…“  Wilmas Verfressenheit ist da zusätzlich sehr hilfreich.

Die Entscheidung Wilma zu behalten wurde innerhalb eines Monats und in erster Linie von meinem Mann getroffen. Wilma hatte sein Herz derart erobert – man könnte auch sagen sie hat ihn um die Pfote gewickelt, dass er sie nicht wieder hergeben wollte. Und das obwohl er doch eigentlich einen Deutsch Drahthaar hatte haben wollen. Bei mir stieß diese Entscheidung eine sowieso offene Tür auf. Das Kurzhaar ist mein Beuteschema und Wilma hatte sich natürlich auch längst in mein Herz geschlichen. Ich bin nur härter vom Knie und hätte Wilma noch vermitteln können.

Natürlich bin ich heute super glücklich, dass Wilma unser Hund ist. Sie und Daisy sind ein echtes Dreamteam.